Freitag, 6. November 2015

Dr. Facebook - der Weg zum Hobbytierarzt || Alltag

So hart wie der Titel des Artikels auch klingen mag - so hart ist die Realität in manchen Katzengruppen auf Facebook.
Bei manchen Antworten auf Fragen der besorgten Katzenbesitzern, stellen sich nicht nur unsere kätzischen Nackenhaare auf,sondern auch die unserer Mitbewohner.
Auf Facebook kann nun jeder, nicht wirklich anonym, seinen Senf dazu geben und seine wirklich tollen Ratschläge von sich geben - und genau da liegt der Punkt. Jeder meint irgendetwas zu wissen wie man dem Tier per Ferndiagnose helfen kann. 
Zuerst muss man unterscheiden.
Es gibt die : Katzenbesitzer die zuerst auf Facebook fragen !

Es gibt so einige Katzenbesitzer die an ihrem geliebten Liebling etwas entdecken was auf eine Krankheit/Verletzung hindeutet. Der erste Schritt, zumindest scheint es so, ist der Weg zum Handy und zur nächsten Facebook-Gruppe um dort zu fragen was es denn ist. Jegliche Symptome werden beschrieben,damit die Mitglieder auch eine genaue Vorstellung haben.
Die Bilder, die die Katzenbesitzer erstellen kommen noch hinzu.

Es gibt die: Hobbytierärzte ohne Lizenz ( zum Glück ) 

Dann gibt es die Mitglieder die wirklich zu JEDEM Problem am Tier eine passende Diagnose haben auf die sich viele Tierbesitzer auch noch verlassen. Eine Diagnose kann nur ein dafür ausgebildeter Facharzt erstellen, dem das Tier persönlich vorgestellt wurde.
Diese Hobbytierärzte können genaue Krankheiten ausschließen, wie auch innere Verletzungen beispielsweise nach einem Sturz,aus ihrem Wohnzimmer heraus, ausschließen.
- man nennt dies auch den "Wohnzimmer-Röntgenblick".

Es gibt da noch die: die alles besser wissen als der Facharzt

Natürlich gibt es auch Katzenbesitzer die sich die Mühe machen mit ihrem geliebten Tier zum Facharzt zu gehen und sich dort eine fachgerechte Diagnose erstellen lassen- Was super ist. Natürlich ist es auch nicht verboten und nicht verwerflich wenn man diese Diagnose teilt und sich mit anderen Leidensgenossen zusammenschließt und austauscht - jedoch kommen dann wieder die Hobbytierärzte die sowieso alles besser wissen wie der Facharzt und direkt eine Gegendiagnose aufstellen. Natürlich werden die Katzenbesitzer schnell verunsichert wenn auf einmal 20 Hobbytierärzte dieselbe andere Diagnose aufstellen als der eigentliche Facharzt.

..dann gibt es noch die: die Medikamente und Behandlungen empfehlen

Es ist nichts schlimmes, wenn man ein Medikament in den Raum wirft und mitteilt, dass dieses viel besser geholfen hat als das was der Facharzt empfohlen hatte. Jedoch gibt es Menschen, die gleich irgendwelche Medikamente empfehlen ohne die Diagnose, oder den Allergiepass der Katze.
Bei einer Wunde wird gleich Salbe "xyz" empfohlen ohne zu wissen was mit der Wunde ist und ob das Tier das Medikament verträgt - "Das hilft suuper "  " Mit sowas gehe ich gar nicht mehr zum Tierarzt - ist rausgeschmissenes Geld-das hilft und du bekommst es in der Apotheke".
Solche Sätze ermutigen doch die Tierbesitzer die eigentlich zum Tierarzt wollten, nun aber doch eine Alternative gefunden habe. Das kann man ja erst einmal ausprobieren.Vielleicht hilft es und man muss nicht zum Tierarzt.

Und zu guter letzt gibt es die, die bereits beim Tierarzt sind und einfach nur auf seelische Unterstützung oder Tipps hoffen.

Die Menschen habe es richtig gemacht. Sie sind zuerst zum Tierarzt gefahren und haben ihr Tier in fachgerechte, geschulte Hände gegeben. Danach sitzen sie meist im Wartezimmer und warten gespannt und nervös auf die Diagnose. Natürlich kann man in den Gruppen Hilfe suchen und nachfragen wie es bei den Leuten ist - jedoch liegt der kleine aber feine Unterschied im Detail. Diese Menschen sitzen bereits beim Tierarzt und legen Wert auf eine fachgerechte Beratung und Behandlung. Ihr erster Schritt ist zum Auto mit der Katze und ab zum Tierarzt.

Fast vergessen : Die die sagen, dass Katzen nicht aus Zucker sind

Diese Menschen schreiben unter jeden Post von besorgten Katzenbesitzern, dass es ja nicht so schlimm ist und das schon wieder in Ordnung geht.
Tier sind Lebewesen, die Meister im Verstecken von Krankheiten und Symptomen sind. Als Katzenbesitzer hat man die Verantwortung über das Tier und damit auch über die Gesundheit. Vor allem bei Erkrankungen rund um die Augen liest man die wildesten Sachen. Durch manche Dinge die vorgeschlagen werden, können Augenerkrankungen schlimmer werden als sie eigentlich sind- dafür reicht glaube ich das Stichwort "Kamillentee". 
Katzen sind nicht aus Zucker - ja stimmt, aber sie sind Lebewesen, die nicht selber entscheiden können, wann sie zum Tierarzt gehen - und genau DAS muss Ihnen der Mensch abnehmen und für sie entscheiden. Für manche Leute sind Katzen nur Lebewesen die hartnäckig und zäh sind, die sich ja in der Natur auch selber helfen.

Die Unsensiblen gibt es aber auch noch

Das sind diese Menschen,die selber eine Diagnose für ihr Tier bekommen haben, die nicht so toll ausgefallen ist. Es gibt Tierbesitzer die teilen die unbestätigte Erstdiagnose in einer Gruppe um aufgefangen zu werden. Dann kommen die Unsensiblen und reden gleich von "einschläfern" weil es ihrem Tier ähnlich erging und nur noch das geholfen hat.
Bevor die Diagnose nicht feststeht - hilft das den besorgten Tierbesitzern gar nicht. Diese machen sich so schon immense Sorgen um ihr Tier! 


Es gibt sehr viele Menschen, die in keine dieser Gruppen passen. Diese Menschen gehen verantwortungsbewusst zum Tierarzt, lassen sich die Diagnose erstellen und ihr Tier auch behandeln. Irgendwann schreiben sie vielleicht etwas dazu oder wimmeln regelrecht irgendwelche subtilen Kommentare ab. 

Wem sein Tier am Herzen liegt, der hört nicht auf die Hobbytierärzte die zum Glück keine Berechtigung zum Praktizieren haben.
Die Botschaft des Artikels soll eigentlich nur Die sein, dass es Dr. Facebook nicht gibt, und genug Fachkräfte vorhanden sind, die eurem Tier wirklich helfen können und die keine utopischen Ferndiagnosen erstellen.
Geht zum Tierarzt wenn euer Tier irgendwelche Anzeichen hat!


Kommentare:

  1. Hallo, lieber Gizmo,

    ich finde es super, dass ihr in eurem Artikel ein großes Problem anpackt.
    Auch ich bin der Meinung, dass nur der Tierarzt eine vernünftige Diagnose
    stellen und der Katze helfen kann.
    Zum Glück denken viele Leute genauso wie wir. Mir tun nur die Tiere leid,
    die bei so unvernünftigen Menschen leben müssen.

    Liebe Grüße von
    Elke

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  2. Ja das Internet, man findet viele Fehlinformationen, Hobbyberufler etc ;)

    LG
    Marlene

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  3. Hallo Gizmo,

    danke für diesen tollen Artikel!

    Ich habe mich auch schon oft über selbst ernannte Spezialisten geärgert oder war geschockt, wie lange manche Menschen Zeit in Social Media verschwenden, bis sie ihre todkranke Katze endlich zum Tierarzt schaffen.

    Ein wenig kann ich die Hobby-Tierärzte aber auch verstehen, denn leider gibt es unter den Studierten einige Pfuscher. Aber auch hier gilt: Der Ton macht die Musik und es kommt auf die Situation an. Ich muss nicht prinzipiell alle Diagnosen und Therapien anzweifeln.

    Liebe Grüße
    Bärbel

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